(20.05.2026, 23:41)Insider schrieb: (20.05.2026, 15:36)ste.meier1992 schrieb: Ich weiß nicht woher der Eindruck kommt, dass man kommende Saison aufsteigen muss? Umsonst hat man sich das Ziel nicht bis 2030 gesetzt und das vergessen leider viele. Also vielleicht muss man damit rechnen, dass man kommende Saison wieder nicht ganz vorne dabei ist. Mir wäre es lieber, wenn man Spieler holt, diese langfristig die nächsten Jahre entwickelt und dann punktuell sinnvoll verstärkt, als wenn man jedes Jahr die komplette Mannschaft austauscht. Und wenn man dafür noch 1-2 Jahre braucht bevor man oben anklopfen kann, liegt man ja völlig im Zeitplan. Somit kann ich den ganzen Unmut nur bedingt nachvollziehen.
Ich kann dir ganz genau erklären woher dieser Unmut kommt. In den letzten 29 Jahren habe ich vielleicht 15 Heimspiele verpasst, früher habe ich einem Wochenende mit einem Wacker Heimspiel entgegengefiebert, mittlerweile muss ich mich mehr oder weniger dazu aufraffen überhaupt noch hinzugehen und schaue zuerst nach ob in der Region nichts anderes geboten ist. Der Verein steht vor seiner mittlerweile dreizehnten Saison in der Regionalliga Bayern, und gerade gegen Ende der letzten Saison war es deutlich zu spüren das der treue Zuschauer diese Situation nicht mehr lange ertragen und akzeptieren wird. Der Zuschauerschnitt droht in der neuen Saison ins Bodenlose zu fallen wenn man nicht bald attraktive Transfers für die kommende Saison und damit verbundene Hoffnungen auf einen Aufstieg schnürt. Eine erneute Saison im Niemansland der Tabelle werden die wenig verbliebenen Zuschauer nicht akzeptieren.
Wenn man realistisch ist, kann man nach dreizehn langen Regionalligajahren aber auch nicht erwarten, dass Topspieler an der Geschäftsstelle Schlange stehen und man dann automatisch um den Aufstieg spielt. Dafür fehlt das Geld, die Professionalität im Verein und auch die strukturellen Gegebenheiten.
Was man aber erwarten könnte und ich sehe das wie ste.meier1992, wäre ein durchdachtes und auch ehrliches Konzept. Meinetwegen nutzt man die kommende Saison 26/27, um sich mit einer realistischen Erwartungshaltung und dem Ziel Top 6 bis Top 8 eine eingespielte Mannschaft mit 2-3 auch langfristig gedachten Neuzugängen, vielleicht 2-3 U19-Spielern und einem engagierten Trainer eine Basis aufzubauen um dann 27/28 zum ersten Mal ernsthaft den Aufstieg anzupeilen. Das wäre sinnvoll und würde von den Zuschauern auch akzeptiert werden.
Aber wir sind von solch einem Konzept oder auch nur irgendeiner Art von Strategie himmelweit entfernt. Die damalige Aussage, man wolle bis 2030 in der dritten Liga spielen, passt doch in keinerlei Weise zur jährlichen Mannschaftszusammenstellung und Vereinsphilosophie. Man wechselt Jahr für Jahr die halbe Mannschaft aus, lässt Stammspieler gehen und holt dafür aus halb Deutschland wieder Spieler zusammen, die nur allzu oft komplett floppen, kaum Identifikation mit dem Verein zeigen und nur hoffen, möglichst viel Zeit in München oder sonst wo verbringen zu können. Dazu engagiert mit Lars Bender jemanden, der über keinerlei Trainererfahrung verfügt, zwar alle zwei Wochen Kicker-Artikel produziert aber sonst keine Spielidee vorweisen kann und bei dem man sich nicht einmal traut, ihn in der Winterpause rauszuwerfen nachdem er sein Scheitern offensichtlich eingesehen hat. Und die abgelaufene Saison war da wirklich nur der Höhepunkt der seit Jahren andauernden Misere.
Die Vorgabe "3.Liga 2030" ist in dieser Art und Weise eine komplette Farce, da steigen selbst Vilzing oder Buchbach eher auf als wir. Was wir seit Jahren fabrizieren, ist Fußball-Manager spielen auf Amateurniveau, aber nichts, was das selbstgesteckte Ziel auch nur ansatzweise verfolgen würde.
Nun wird auf der Seite der sportlichen Verantwortung einmal mehr ein kompletter Neuanfang durchgezogen. Die kann aber auch eine Chance sein, sofern auf geschäftsführender Seite endlich mal eine gewisse Vernunft einkehrt. Die Hoffnung mag gering sein, viel schlechter kann es aber ohnehin nicht mehr laufen.