Bei Gründung der Fußball GmbH wurden annodazumals einige Fehler gemacht, die den SVW schwer belastet haben - das schnelle Handeln war allerdings auch nötig wegen der Gefahr den e.V. Status des Hauptvereins zu verlieren...
Es wird bald eine neue Gesellschaftsform geben die meiner Ansicht nach eine historische Chance für den in Gesellschaften ausgelagerten Fußball - wer jetzt plant kann einen riesigen Vorsprung haben. Das Potential ist nicht zu unterschätzen.
Und bitte - ja als Wackerfan hat man sich daran gewöhnt in allem die Risiken zu sehen, weil es nunmal seit langer Zeit so läuft wie es läuft. Wenn wir aber wieder andere Zeiten haben wollen, dann müssen wir Chancen sehen. Bei der hoffentlich entstehenden Diskussion sind Risiken und Probleme natürlich nützlich zu bedenken (um sich auf diese vorzubereiten bzw. diese zu beseitigen bevor sie reale Probleme werden), aber es sollte ein Mindset geben, dass uns die Chancen nutzen lässt, sonst macht das ein anderer.
Es geht um die GmgV
Die GmgV soll in sehr naher Zukunft eine neue eigenständige Rechtsform werden.
In der Aussenwirkung sehr stark an der GmbH angelehnt.
Für das Kapital soll ein sogenannter Asset Lock gelten - also eine Vermögensbindung, das kennt man auch von Stiftungen mit Kapitalerhalt. Das Vermögen bleibt an den Zweck gebunden - Gewinne müssen im Unternehmen bleiben.
Für die Beteiligungen soll es eine mitgliedschaftliche Logik geben - sehr stark angelehnt an Genossenschaften
Wir haben den Leuten im Verein, der FußballGmbH und mit dem dem Verein seit Jahrzehnten verbundenen Reinhard Frauscher extrem viel Kompetenz greifbar solch ein Konstrukt vorzubereiten und damit sozusagen an Day1 zu starten.
Wo liegen die Chancen für die GmgV?
Erster Punkt - wir sind ja im Fanforum - Fanbeteiligung
Langjährige Fans kennen ja die gescheiterten ausführlichen Gespräche und Verhandlungen über die Gründung einer Fanabteilung
Nun, durch die genossenschaftliche Logik bei den Beteiligungen können hier Fans Anteile erwerben, und direkt auf die Gesellschaft einwirken und Mitwirken. Meiner Ansicht nach war das Hauptbedenken das zum scheitern der Fanabteilung geführt hat, dass Fans "zu viel Macht über den e.V." bekommen könnten. Diese Bedenken könnte man so umschiffen, da die Beteiligung an der Gesellschaft sich nicht auf den Verein auswirkt.
Vorteil für die GmgV gegenüber der GmbH -> sie kann hier frisches Kapital und damit Grundstock für zukünftige Erfolge einsammeln.
Ein Incentiv hierfür könnte sein dass die Anteilseigner die selben Rabatte bei Eintritt und Vorteile bei Vorverkäufen etc. bekämen wie bisher Mitglieder des e.V.
Weitere Möglichkeiten für den ersten Kapitalstock (via Beteiligungen)
Man könnte zur Gründung überlegen, ob ein Teil der Vereinsbeiträge einmalig pro Mitglied dazu genutzt wird hier den Mitgliedern einen Anteil an der neuen Gesellschaft zu geben und zukünftig muss jedes Mitglied beim Eintritt in den e.V. eine Einmalzahlung dazu leisten um sich einen Anteil zu kaufen - ein ähnliches Modell wie Raiffeisenbanken, Sparda und Co. vorgehen bei denen man auch der Genossenschaft beitreten muss um z.B. ein Girokonto zu eröffnen. Noch einen Schritt weiter gedacht würde das auch eine Möglichkeit ergeben, wenn man das auf Spieler, Trainer etc. anwendet auch nach der aktiven Zeit "in touch" zu bleiben, wer schert sich schon um so eine Beteiligung - ich denke in meinem Kopf da mal an 10-50€ wenn er ein Verein verlässt, also behalten einige/viele diese Beteiligung und der Kontakt reißt somit nie komplett.
Weiteres Kapital
So wie die Gesellschaftsform abgedacht ist - also diese genossenschaftliche Organisation- erleichtert auch die Beteiligung von Firmen an der Gesellschaft.
Sein wir mal ehrlich zu uns selbst. Ein echter Investor wird sich in Burghausen nicht einkaufen, eigentlich ist es sogar fraglich ob Beteiligungen, selbst in der ach so geldaufgeblasenen Premier League tatsächlich Investments, also Geld das dafür verwendet wurde um etwas zu kaufen um Gewinn zu erzielen sind. Hat da schon jemals ein "Investor" Mehrwert herausgezogen? Wir reden also bei "Investoren" bei uns mehr über Benefits in Richtung gegenseitiger Identifikation miteinander und Einfluss/Mitgestaltung.
Durch den Kapitalerhalt bei dieser Gesellschaftsform haben diese Menschen/Firmen die Möglichkeit dies zu bekommen - der Fußball dafür Kapital und die Sicherheit dass das Kapital nur für den Zweck verwendet wird für den es auch gedacht wird.
Man erinnere sich an einigen Unmut in der Vergangenheit - ich nenne mal als Stichwort "Altlasten". Eigentlich war ja die GmbH auch dafür gedacht solche Unstimmigkeiten zu vermeiden, in der Realität hat das nicht immer so toll funktioniert - kein hätte hätte, sondern einfach ein besserer Neuanfang.
Ein weiterer interessanter Punkt an dieser Gesellschaftsform ist, dass der Verein einfach Sale and Lease back Modelle verwenden kann. Firmen nutzen solche Tricks gerne aus, sie haben aber einen Nachteil. Wer verkauft hat wird abhängig vom Käufer.
Durch die Kapitalbindung kann in der Theorie alles was der Verein besitzt (und wo so ein Modell Sinn macht) auch der Gesellschaft übergeben werden. Die Werte können nicht einfach so veräußert werden und bleiben so erhalten.
Mal ein kurzes frei erfundenes Beispiel. Die Tischtennisabteilung braucht neue Platten. Sie überträgt der Gesellschaft ihre bestehenden Platten, diese holt sich mit dem Wert der bisherigen Platten und evtl. noch mehr einen Kredit, kauft neue und verpachtet alle Tischtennisplatten auf die Nutzungsdauer an die Tischtennisabteilung,. Diese zahlt über ihre Mitglieder die Platten langfristig ab. Vorteil die TT-Abteilung muss nicht erstmal zigtausende Euro auftreiben, die sie stand heute evtl. nicht stemmen könnte und bekommt ihre neuen Platten um eine weitere Mannschaft an den Start zu bringen... (Bitte beachten rein erfundenes Beispiel nur um die Funktion zu erklären),
Die neue Gesellschaft kann auch Dienstleister des Hauptvereins sein.
Sein wir mal ehrlich. Diese GmbH - e.V. Sache nervt zwischendurch ziemlich.
Kurzes annekdotisches Beispiel man bestellt kurz vor Weihnachten ein paar Trikots und Pullover des SVW für die Familie. Trikots -< GmbH, Pullover -> e.V. Hat nicht jeder von uns schon entsprechende Erfahrungen mit dem Chaos gemacht, dass die einen nichts über die anderen Wissen? Zweitens unschärfen bei den Kostenstellen. Keine Ahnung wie es heute ist, aber es gab ja immer wieder Unstimmigkeiten darüber wo Kostenstellen wie Platzwarte, _Hausmeister, Geschäftsstellenmitarbeiter etc. hingehören. Beide Seiten haben recht. Warum sollte die Fußball GmbH die Rechnung bezahlen, wenn der Hauptverein die Leistung (auch) nutzt? Genauso umgekehrt, warum sollte der Verein das bezahlen, wenn die GmbH mit der Arbeit "Profit" macht? Das könnte man ein für alle mal beenden. Der Verein kann (wie oben bereits erwähnt) alle Assets in die neue Gesellschaft übertragen, die Werte müssen ja bestehen bleiben, heißt sie sind zwar Teil der Gesellschaft, aber der Verein hat weiter vollen zugriff. Einen Schlüssel zu errechnen wieviel Anteilig der Verein dem Dienstleister Gesellschaft zu erstatten hat sollte nicht allzu schwierig sein.
Ich bin jetzt wie das mit dem Sportkindergarten läuft völlig uninformiert, ich könnte mir aber vorstellen, dass man auch hier noch Synergiepotential hat mit der neuen Gesellschaft.
Und um das noch weiterzuspinnen, prinzipiell könnte die Stadt Burghausen diese Gesellschaftsform ähnlich zu nutzen wie es der Verein tun könnte. Man denke z.B,. an Assets wie Parks und Spielplätze...
Und da wir schon bei der Stadt sind.
Auch für die Stadt gäbe es bessere Beteiligungsmöglichkeiten am Fußball
Durch die Gesellschaftsform (Kapitalerhalt, Gewinnthesaurierung) ist es für die öffentlich Hand wesentlich einfacher in diese Gesellschaftsform hinein zu investieren, da viele Beschränkungen so nicht mehr greifen.
Soweit mal die "kurzen" Überlegungen hierzu
Addendum
Warum es wichtig ist schnellstmöglich loszulegen
Der erste zu sein würde uns Vorteile bringen. Da wäre z.B. Medienaufmerksamkeit/Imagegewinn - Als erster Club mit dieser Gesellschaftsform denke ich wird der ein oder andere Bericht im Kicker, der Sportbild etc. erscheinen. Die Aufmerksamkeit hilft uns bei Sponsorensuche, aber könnte auch dabei helfen Talente für uns zu gewinnen. Da die Gesellschaft eben keine klassische Kapitalgesellschaft ist dürfte das auch unseren Vereinsnamen mit in die Debatte um "gegen den moderenen Fußball" mit Hineinbrennen. Bei jeder GmbH/AG Gründung, Einstieg eines Sponsoren gäbe es alternativ das "Burghauser Modell". Imageeffekt für Jahre... Bei staatlichen Förderungen für Leistungszentrum usw. könnten wir bei Ausschreibungen davon profitieren da wir für die Politik Förderfähiger erscheinen als andere Clubs.
Auch wenn Politik und Fußball so eine Sache ist... Aber bei bei Politikern einen Stein im Brett zu haben schadet nicht. Und wie oben bereits genannt, Aufmerksamkeit hilft uns und egal wie man zu den verschiedenen Politikern/Parteien steht. Wenn ein "Spitzenpolitiker", ein bayr. oder gar dt. Wirtschaftsminister oder. ähnliches in BGH aufschlägt um sich das mal anzusehen - das bringt Aufmerksamkeit. Die GmgV ist eines der Lieblingsspielzeuge der SPD - der erste zu sein sollte uns hier Kontakte verschaffen und die Stadt ist ja SPD geführt, ich denke mal das wäre auch eine tolle Sache für unsere Lokalpolitiker die ihr Gewicht innerhalb der Parteien stärkt.... gleichzeitig ist das kein umstrittenes Thema. Die Grünen sind ebenfalls Feuer und Flamme dafür, aber auch die Union und die FDP unterstützen die GmgV, also auch kein Vipernnest.