(16.08.2026, 13:44)Undercovercarma schrieb: Mit den Werten die damit vermittelt werden kann ich mich nicht identifizieren. Es wäre gut wenn sich ich die Herren Huber, Berger, Duhnke umd Rothwinkler hinterfragen würden und soziale Kompetenz ins Boot holen würden.
Genau da bin ich inzwischen auch.
Der SV Wacker wirbt mit „Emotion. Mentalität. Zsammahoit.“ – aber gerade von diesem „Zsammahoit“ erkenne ich in der Vereinsführung immer weniger.
Man muss sich nur mit mehreren Spielern unterhalten und bekommt ein erstaunlich eindeutiges Gesamtbild. Dazu kommen die Vorgänge, die öffentlich bekannt sind: der Umgang mit Christoph Schulz, weitere Personalien der vergangenen Jahre, die Aussagen von Bender bei seinem Abschied und jetzt die Suspendierung von Moritz Leitner.
Natürlich kennen wir nicht jedes Detail. Aber irgendwann kann man nicht mehr jeden einzelnen Vorgang als Missverständnis, Kommunikationsproblem oder unglücklichen Einzelfall abtun. Wenn sich über Jahre immer wieder ähnliche Geschichten häufen, dann ist irgendwann nicht mehr der einzelne Vorfall das Problem, sondern das System dahinter. Und genau da sind wir für mich inzwischen angekommen.
Sollte Leitner tatsächlich suspendiert worden sein, weil er einen langfristigen Vertrag zu den Vorstellungen des Vereins nicht unterschreiben wollte, dann ist für mich endgültig eine Grenze überschritten. Dann reden wir nicht über einen sportlichen Fehler, sondern über einen Umgang mit einem jungen Spieler, der mit den ständig propagierten Vereinswerten nichts mehr zu tun hat.
Für mich ist das inzwischen ein moralisches und menschliches Versagen der Vereinsführung.
Deshalb müssen jetzt auch personelle Konsequenzen auf oberster Ebene diskutiert werden. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.
Mr X hat dabei den vielleicht wichtigsten Punkt angesprochen: Wer kontrolliert eigentlich Rothwinkler, Berger, Huber und Duhnke? Wer widerspricht ihnen? Wer stoppt eine Entscheidung, wenn sie vollkommen aus dem Ruder läuft?
Angenommen, Rothwinkler hätte die Suspendierung angeordnet: Wer sagt ihm dann eigentlich „Nein“?
Genau darin liegt das strukturelle Problem. Niemand darf in einem Verein Narrenfreiheit haben. Kein Vorstand, kein Geschäftsführer, kein sportlicher Verantwortlicher und schon gar nicht ein Investor.
Wenn diese Kontrolle intern offensichtlich nicht funktioniert, bleibt irgendwann nur Druck von außen.
Und deshalb hoffe ich ausdrücklich, dass auch die aktive Fanszene diese Entwicklung wahrnimmt und klar Stellung bezieht. Sie ist für uns normale Fans, Zuschauer und Mitglieder vermutlich das stärkste Korrektiv, das dieser Verein momentan noch hat.
Dass ausgerechnet die aktive Fanszene Christoph Schulz den würdigen Abschied bereiten musste, den der Verein selbst komplett in den Sand gesetzt hat, sagt eigentlich schon alles.
„Emotion. Mentalität. Zsammahoit.“ darf kein Marketing-Slogan sein. Wer diese Werte öffentlich für sich beansprucht, muss sie intern auch leben.
Und wenn das nicht mehr der Fall ist, muss man irgendwann eine sehr unangenehme Frage stellen:
Sind die Personen, die unseren Verein führen unser größtes Problem?
Für mich ist das Maß voll.